Welche Mensurlänge hat eine Gitarre? Die meisten Leute denken, die Mensurlänge bezeichne die Halslänge einer E-Gitarre oder Akustikgitarre. Das stimmt so nicht ganz, denn die Mensurlänge beeinflusst zwar die Halslänge, gibt aber tatsächlich die Länge der Saiten an, gemessen vom Sattel bis zum Steg. Aber wie misst man das bei einer E-Gitarre, da die Saiten aufgrund der Stegeinstellung ja unterschiedliche Längen aufweisen, richtig? Um Verwirrung bei der Bestimmung der Mensur zu vermeiden, wird die Saite vom Sattel bis zum 12. Bund gemessen, was eine gerade Linie ist. Diese Länge multipliziert man dann mit zwei, um die Mensur zu erhalten. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Shortscale-Gitarre und einer Fullscale-Gitarre? Man kann grob zwischen Gitarren mit kurzer Mensur und solchen mit voller (oder langer) Mensur unterscheiden, und dann gibt es eine Menge Varianten. Eine Gitarre in voller Mensur ist so ziemlich der Goldstandard und findet sich beispielsweise bei einer Fender Stratocaster oder Telecaster, einer Martin Dreadnought oder OM und vielen anderen Gitarren. Eine solche Gitarre in voller Mensur hat eine Länge von 25,5 Zoll (65 Zentimeter). Eine Shortscale-Gitarre hat eine Mensur von etwa 24,75 Zoll (63 Zentimeter). Solche Gitarren findet man beispielsweise bei einer Gibson Les Paul oder J45 oder bei einem Martin 000-Modell. Da die meisten großen Gitarrenbauer in den USA ansässig sind, wird die Mensur oft in Zoll angegeben, bei spanischen oder klassischen Gitarren hingegen in Zentimetern oder Millimetern. Eine „Señorita“ oder ein 7/8-Modell lässt sich am besten mit einer Shortscale-Gitarre vergleichen. Es gibt auch viele besonders kurze Varianten, wie zum Beispiel die beliebten Wee Lowden und Sheeran Gitarren mit einer Mensur von 24 Zoll. Es gibt auch Gitarren mit besonders langer Mensur, wie zum Beispiel Baritongitarren, deren Saiten mehr als 10 Zentimeter länger sein können als bei einer Standardgitarre. Bassgitarren haben (üblicherweise) eine Mensur von 34 Zoll: etwas mehr als 86 Zentimeter. Hier finden Sie eine Übersicht gängiger akustischer und elektrischer Gitarren mit Angabe ihrer Mensur in Zoll und Zentimetern. E-Gitarren Skalenlänge in Zoll Skalenlänge in Millimetern Fender Jaguar 24" 610 Millimeter Gibson/Epiphone (meistens) 24,75" 628 Millimeter PRS (meistens) & Eastman Hollowbody 25" 635 Millimeter Fender (meistens) & PRS Silver Sky 25,5" 648 Millimeter Ibanez (7-saitig) 26,5" 673 Millimeter Baritongitarren 27"-30" 686-762 Millimeter Bassgitarren 34" 864 Millimeter Akustikgitarren Skalenlänge in Zoll Skalenlänge in Millimetern Sheeran/Lowden (W-Modell) 24" 610 Millimeter Gibson (die meisten) Martin 000/00/0 Modelle 24,75" 628 Millimeter Martin und die meisten anderen Dreadnought-/OM-Modelle. Taylor Grand Auditorium 25,5" 648 Millimeter Akustische Baritongitarren 26,8"-30" 680-762 Millimeter Akustikbassgitarren 34" 863 Millimeter Was ist eine Multiscale-Gitarre? Eine Multiscale-Gitarre wird auch Fächerbundgitarre genannt, da die Bünde nicht gerade, sondern schräg am Hals angeordnet sind. Das liegt daran, dass die dickeren Saiten länger sind als die dünneren. Dadurch klingen die tiefen Töne noch tiefer und die hohen Töne noch höher, was Gitarristen eine völlig neue Ausdrucksmöglichkeit eröffnet. Viele Metal-Gitarristen haben dies bereits für sich entdeckt, aber auf einer Akustikgitarre sorgt es für ein wirklich einzigartiges Klangerlebnis. Welche Mensurlänge ist optimal für meine Gitarre? Die ideale Mensur gibt es nicht, da sie sehr individuell ist. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten, wenn man die optimale Mensur für seine Gitarre wählt. An erster Stelle steht das Spielgefühl! Denn die Saitenlänge bestimmt die Saitenspannung. Je länger die Saite, desto höher die Spannung. Manche Gitarristen bevorzugen eine Gitarre mit voller Mensur für Akkorde, Cowboy-Akkorde, aber auch für klare, ausdrucksstarke Jazz-Läufe. Manche Gitarristen suchen nach einer einfacheren Möglichkeit, Saiten zu biegen, und hier kann eine kurze Mensur wirklich helfen, da die Saiten weniger Spannung haben. Andere bevorzugen einen kürzeren Hals, weil die Bünde etwas enger beieinander liegen, was bei manchen Soli oder bei kleineren Händen von Vorteil ist. Und dann gibt es noch Gitarristen, die etwas mehr Spielfläche als zusätzlichen Platz schätzen und sich für eine Gitarre mit voller Mensur entscheiden. Ein Unterschied von wenigen Millimetern in der Mensur kann das Spielgefühl komplett verändern. Es gibt aber auch Gitarristen, die fast mühelos von einer Stratocaster mit voller Mensur zu einer Les Paul mit kurzer Mensur wechseln, weil diese besser zum jeweiligen Song oder Gitarrenpart passt. Das ist wirklich individuell, weshalb die obige Liste nicht vollständig ist. Viele Gitarrenbauer (darunter Taylor und PRS) bieten auch Zwischengrößen an, die etwas länger oder kürzer sind und Ihnen möglicherweise das ultimative Gitarrengefühl vermitteln. In diesem Video erklärt Diane Ponzio, was die Mensurlänge bei Martin-Gitarren bedeutet. Ein weiterer Grund, die Mensur zu beachten, ist der Klang der Gitarre. Die Meinungen zur Lautstärke gehen auseinander: Manche behaupten, Gitarren mit voller Mensur erzeugten einen lauteren Klang, doch das muss nicht zwangsläufig der Fall sein. Die Lautstärkeerhöhung kann auch durch eine andere Korpuskonstruktion bedingt sein. Längere Saiten erzeugen mehr Basstöne und verleihen dem Gitarrenklang eine andere Klangbalance. Längere Saiten erzeugen mehr Bass und damit eine andere Klangbalance. Das hört man deutlich bei den tiefer klingenden Baritongitarren mit längerer Mensur. Auch hier gilt: Ausprobieren ist der beste Weg. 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