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Everything you need to know about Torrefied Guitars!
Everything you need to know about Torrefied Guitars!

Alles, was Sie über thermisch behandelte Gitarren wissen müssen!

26. April 2021

Das Backen von Gitarrenholz ist schon lange bekannt, doch erst vor etwa 20 Jahren erlebte es mit den E-Gitarren von Music Man, die Hälse aus „gebackenem Ahorn“ erhielten, einen regelrechten Boom. Das sieht fantastisch aus, weil die Maserung etwas stärker hervortritt, und verbessert die Stabilität des Holzes. Anfangs hielten es manche für einen bloßen Hype, doch mittlerweile ist „gebackenes“ Gitarrenholz etabliert und wird auch von vielen Akustikgitarrenbauern geschätzt. Zum Glück, denn es bietet tatsächlich einen echten Mehrwert.

Was ist eine torrefizierte Gitarre?

Die Torrefizierung, also das schonende Rösten von Holz, ist seit Jahrhunderten bekannt. Schon die Wikinger nutzten dieses Verfahren, um Holz leichter und fester zu machen. Auch die Möbel- und Bodenindustrie wendet diese Technik seit Jahrzehnten an, und Geigenbauer greifen seit jeher darauf zurück. Die Torrefizierung erfolgt bei moderaten Temperaturen und unter Sauerstoffausschluss, wodurch das Holz schonend trocknet, aber nicht verbrennt. Diese gezielte Trocknung von Tonhölzern hat den Vorteil, dass alle im Holz enthaltenen Flüssigkeiten verschwinden oder sich ihre Zusammensetzung verändert. Dadurch ähnelt das torrefizierte Holz dem Holz jahrzehntealter Instrumente, die wir wegen ihres wunderschönen Klangs so schätzen.

Klingt eine thermisch behandelte Gitarre wie eine Vintage-Gitarre?

Jein. Torrefizierte Gitarren klingen anders, trockener, haben mehr Mitten und sind oft etwas lauter, büßen aber manchmal etwas von den tiefen Bässen und klaren Höhen ein, die „frische“ Gitarren so gut auszeichnen. Daher ähneln sie eher Vintage-Gitarren und sind eine sehr gute und erschwingliche Alternative. Aber sind sie dasselbe? Nein, denn ihnen fehlt der besondere Charme, den man oft bei echten Vintage-Gitarren sieht und hört. Diese Instrumente sind vollständig gealtert, und das unterscheidet sie von Gitarren mit einer torrefizierten Decke.

Genau wie Vintage-Gitarren eignen sich auch thermisch behandelte Gitarren hervorragend für Studioaufnahmen, da sie sich gut in den Mix einfügen. Und sie sind auch für die Bühne geeignet, da das Holz etwas formstabiler ist und daher weniger unter Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit leidet.

Sind thermisch behandelte Gitarren teurer?

Ja, das Brennen des Holzes dauert länger, es kann zu Fehlern kommen, daher ist das Risiko höher, und all diese Kosten spiegeln sich im Preis wider. Da aber immer mehr Gitarrenbauer ihre Decken selbst herstellen, sinken die Preise rapide. Eastman bietet beispielsweise bereits eine wunderschöne Dreadnought mit einer thermisch gehärteten Fichtendecke für unter 1300 Euro an. Das war vor wenigen Jahren noch undenkbar und ist nicht umsonst die Lieblingsgitarre von Fellow Milo unter 2000 Euro.

Welche Gitarrenmarken bieten thermisch behandelte Gitarren an?

Jahrelang war es eine Nische, die exklusiven Herstellern wie Bourgeois , Collings und Atkin vorbehalten war, aber seit fünf Jahren beteiligt sich auch Martin mit seinem Vintage Tone System daran.

Zum Glück können wir auch Gibson mit seinen „gealterten“ Gitarren in diese Liste aufnehmen, und Fender hat in diesem Jahr eine Professional Stratocaster mit „gerösteter Kiefer“ als sehr interessante Alternative zur immer seltener werdenden Sumpfesche im Angebot.

Verschleißen thermisch behandelte Gitarren schneller?

Vermutlich nicht. Holz kann zwar nach vielen Jahren „abgenutzt“ sein, aber das kann Jahrhunderte dauern. Wir hatten eine Torres-Gitarre im Laden, die über hundert Jahre alt war und immer noch hervorragend klang. Die meisten Gitarrenbauer versuchen, den Klang von Akustikgitarren aus der „Goldenen Ära“ um 1940 nachzubilden. Das Tonholz wird also nicht über Nacht antikisiert, sondern bekommt mit der Zeit eine Patina und erreicht etwa 70 Jahre. Solche torrefizierten Hölzer können noch Jahrzehnte lang großartig klingen, und diese Instrumente überdauern wahrscheinlich mehrere Generationen. Mit dem größten Vorteil, dass die erste Generation nicht auf diesen schönen, trockenen Klang warten muss.

Was ist die beste thermisch behandelte Akustikgitarre?

Das ist Geschmackssache, daher lässt sich keine eindeutige Antwort geben. Jeder Gitarrenbauer hat sein eigenes Verfahren zum Brennen des Holzes. Dana Bourgeois war einer der ersten Akustikgitarrenbauer, der dies in großem Umfang anwandte, und er tut es noch heute mit oft atemberaubenden Ergebnissen. Auch Collings vollbringt in seinem Holzofen wahre Wunder. Atkin hingegen verfolgt einen ganz anderen Ansatz bei seinen Gitarren. Sie wirken weniger clean, da er das Holz neben dem Torrefizieren auch einfriert, um den Vintage-Charakter noch besser einzufangen.

Das Torrefizieren von Holz ist heute ein fester Bestandteil des Instrumentenbaus, bei dem man die Handschrift des Meisters sehen und hören kann. Am besten finden Sie heraus, was Ihnen am besten liegt, indem Sie es einfach ausprobieren. Kontaktieren Sie uns gerne unter:

info@tfoa.eu oder rufen Sie 0523-232205 an

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