Äußerlich mag jede Akustikgitarre wie ein einfacher Holzklotz mit einem Schallloch und ein paar Saiten wirken. Doch ein Blick ins Innere offenbart eine ausgeklügelte Konstruktion. Für einen guten Klang muss die Decke an den richtigen Stellen mit kleinen Holzstücken verstärkt werden – das nennt man Beleistung. Ohne diese Verstärkung würde die Decke zu stark vibrieren und die Gitarre chaotisch klingen. Aber wo und wie genau werden diese kleinen Holzstücke angebracht, um der Gitarre ihren charakteristischen Klang zu verleihen? Klassisch: Fan Einst von Antonio de Torres erfunden, um die Decke so dünn und dennoch massiv wie möglich zu gestalten: fächerförmige Stimmleisten. Damals revolutionär, heute Standard bei Nylongitarren. Durch die Anpassung der Fächerform oder das Hinzufügen einer weiteren Leiste ergeben sich zahlreiche Varianten, mit denen sich der Klang individuell gestalten lässt. Blues: Leiter Vor der Einführung der Fächerverstrebung war die Leiterverstrebung Standard. Dabei handelt es sich im Grunde um einfache Querverstrebungen unter der Decke. Dies sorgt für eine stabile Konstruktion, weshalb die Leiterverstrebung in den 1920er und 1930er Jahren wieder an Bedeutung gewann. Gitarristen suchten nach mehr Lautstärke und verwendeten häufiger Stahlsaiten. Dadurch entsteht mehr Saitenspannung, die die Leiterverstrebung deutlich besser verkraftet als die Fächerverstrebung. Die Leiterverstrebung verleiht Gitarren nicht nur Stabilität, sondern auch einen ganz eigenen Klang: viel Projektion, präsente Mitten und einen angenehm „honky“ Klang. Ein kleineres Parlor-Modell mit Leiterverstrebung klingt oft erstaunlich laut und eignet sich beispielsweise hervorragend für Blues. Bei Akkordpassagen fehlt es diesen Gitarren jedoch manchmal an Ausgewogenheit. Die ultimative Lösung: X-förmig verstrebt Der Gitarrenbauer Martin suchte vor über einem Jahrhundert nach der perfekten Balance: einer soliden Gitarre, die problemlos mit Stahlsaiten klang und gleichzeitig einen vollen und ausgewogenen Klang bot. Durch die Variation des Saitenmusters suchte er nach dem idealen Gitarrenklang und gelangte schließlich zur X-Form. Wie bei Antonio de Torres war es damals revolutionär, ist heute aber Standard. Eine X-Verstrebung verleiht der Akustikgitarre den Klang, den wir heute kennen. Und genau wie bei der Fächerverstrebung gibt es mittlerweile viele Varianten, beispielsweise die scalloped Verstrebung. Dabei wird ein Teil der Verstrebung dünner abgeschabt, wodurch ihre Stabilität verringert wird und die Decke somit stärker schwingen kann. Gwent suchte vor über einem Jahrhundert nach der perfekten Balance: einer soliden Gitarre, die problemlos mit Stahlsaiten funktionierte und gleichzeitig einen voluminösen und ausgewogenen Klang lieferte. Durch die Variation des Saitenmusters suchte er nach dem idealen Gitarrenklang und gelangte schließlich zur X-Form. Wie bei Antonio de Torres war es damals revolutionär, ist heute aber Standard. Eine X-Verstrebung verleiht der Akustikgitarre den Klang, den wir heute kennen. Und genau wie bei der Fächerverstrebung gibt es mittlerweile viele Varianten, beispielsweise die scalloped Verstrebung. Dabei wird ein Teil der Verstrebung dünner abgeschabt, wodurch ihre Stabilität verringert wird und die Decke somit stärker schwingen kann. Modern: V-förmig verstrebt Taylor entwickelte vor einigen Jahren ein völlig neues Verstrebungssystem: die V-Verstrebung. Die Spitzen zweier langer Holzleisten beginnen an der Rückseite der Gitarre und verlaufen direkt am Schallloch vorbei. Das sorgt für Stabilität an den gewünschten Stellen und lässt gleichzeitig Raum für Schwingungen an anderen Stellen der Decke. Diese Gitarren haben einen neuen, modernen Klang mit viel Präzision, Klarheit und Sustain. Möchten Sie mehr über die V-Verstrebung erfahren? Wir haben einen Artikel darüber geschrieben, den Sie hier finden. Welche Verstrebungen sind am besten für Akustikgitarren geeignet? Neben der Wahl des Tonholzes zeigt sich die Handwerkskunst eines Gitarrenbauers deutlich in der Beleistung und Klanggestaltung. Die meisten Akustikgitarren besitzen ein Geflecht aus Dutzenden kleiner Holzleisten, die an über 100 Punkten auf die Decke geklebt sind. Sogar die Wahl des Klebstoffs beeinflusst den Klang! Da jedes Stück Holz anders ist, ist auch jede Decke anders und reagiert unterschiedlich auf die Beleistung. Das Ergebnis dieses Zusammenspiels bestimmt den Klang einer Gitarre. Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, was das Beste ist. Suchen Sie ein Allround-Instrument? Dann werden Sie wahrscheinlich bei einer Gitarre mit X-Beleistung landen. Bevorzugen Sie einen eher Vintage-Charakter? Waterloo hat die Leiterbeleistung aus gutem Grund wiederbelebt, denn mit diesem Klang werden Sie auffallen. Suchen Sie einen moderneren Touch? Dann könnte Sie eine Gitarre mit V-Beleistung begeistern. Sobald unser Geschäft wieder geöffnet ist, können Sie uns besuchen und die Gitarren selbst ausprobieren. Wir haben Hunderte von Gitarren auf Lager, und unsere Mitarbeiter helfen Ihnen gerne bei der Auswahl. Sie erreichen uns auch über: E-Mail: info@tfoa.eu Telefon: +31 (0) 523-232205 Und natürlich: unsere Chatfunktion!