Was ist der Griffbrettradius? Auf den ersten Blick mag ein Griffbrett völlig flach erscheinen, doch bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es meist eine leichte Wölbung aufweist. Ein Querschnitt des Halses, wie im Bild unten dargestellt, verdeutlicht dies: Der Hauptgrund für diese leichte Krümmung bzw. diesen Radius ist die Spielbarkeit: Dadurch wird das Spielen von Barré-Akkorden viel einfacher, weil man nicht so fest drücken muss. Welcher Griffbrettradius passt zu mir? Welcher Radius am besten zu dir passt, kann individuell sein. Vieles hängt von deinem Spielstil ab, und manche Gitarristen wechseln je nach ihren Bedürfnissen problemlos zwischen verschiedenen Radiusformen. Generell gilt: Je stärker die Wölbung des Griffbretts ist, desto besser eignet es sich für Akkorde. Ein flacheres Griffbrett ist besser für Soli geeignet. Die Art und Weise, wie diese Kurve bestimmt wird, nennt man Radius. Das mag zunächst etwas unlogisch erscheinen, da er sich aus der Länge des Radius des verwendeten Kreises, üblicherweise in Zoll, ableitet. Je kleiner der Wert, desto kleiner der Kreis und desto größer die Kurve, wie in der untenstehenden Zeichnung zu sehen ist. Viele E-Gitarren haben einen Griffbrettradius von 9,5 Zoll, eine gute „Mittelgröße“, die vielen Gitarristen gefällt und bei Fender Stratocaster und Telecaster mittlerweile Standard ist. Wir sehen aber auch viele Gitarristen, die das Vintage-Feeling eines etwas dickeren Halses mit einem runderen Griffbrettradius von 7,25 Zoll bevorzugen. Viele Fender Custom Shop Gitarren werden mit diesen Maßen bestellt, und auch die Gitarren von Kauffmann haben oft einen Radius von 7,25 Zoll. Einfach weil es sich so gut anfühlt. Am anderen Ende des Spektrums haben Gibson Les Pauls oft einen 12-Zoll-Radius, was für ein etwas flacheres Griffbrett sorgt. Das erfordert beim Akkordspiel etwas mehr Übung, bietet aber im Gegenzug mehr Spielraum bei Soli. Die Auswahl ist noch viel größer: PRS beispielsweise positioniert sich mit einem 10-Zoll-Radius bei einigen Modellen ideal zwischen Fender und Gibson . Sind Sie ein Shredder, der blitzschnelle Soli spielt? Ibanez bietet Gitarren mit einem Radius von 17 Zoll und mehr an. Akustische Gitarren haben im Allgemeinen ein etwas flacheres Griffbrett. Martin und viele andere Marken verwenden beispielsweise oft einen 16-Zoll-Radius. Gibson bietet auch eine J45 mit einem 12-Zoll-Radius an. Spielen Sie viel E-Gitarre und möchten Sie problemlos auf eine Akustikgitarre wechseln können? Dann kann ein etwas runderes Griffbrett (also mit einem niedrigeren Radius) dabei helfen. Möchtest du Soli auf der Akustikgitarre lernen, kommst aber mit deinem aktuellen Modell nicht zurecht? Dann kann ein anderer Griffbrettradius helfen. Das Griffbrett klassischer Gitarren ist beispielsweise fast flach, während Crossover-Modelle eine Mischung aus komplett flachem und leicht gewölbtem Griffbrett bieten. Manche Gitarristen schätzen das sehr. Was ist ein zusammengesetzter Radius? Bei einem Compound-Radius ändert sich der Radius des Griffbretts mit zunehmender Höhe. In der ersten Position ist das Griffbrett stärker gewölbt und eignet sich daher gut für Akkorde. Je näher man dem Korpus kommt, desto flacher wird das Griffbrett, was schnellere und einfachere Soli ermöglicht. Der Radius beträgt hier etwa 10–14 Zoll. Diese Konstruktion vereint die Vorteile beider Welten und macht diese Gitarren zu hervorragenden Allroundern. Marken wie Haar Guitars verwenden häufig einen Compound-Radius. Auch Collings stattet einige seiner Akustikgitarren mit einem Compound-Radius aus, um maximalen Spielkomfort zu gewährleisten. Möchten Sie mehr erfahren? Welcher Radius für Sie am besten geeignet ist, lässt sich am besten durch Ausprobieren herausfinden. Sie können uns jederzeit per E-Mail, Chat oder Telefon kontaktieren . Unsere Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter!